World Food Prize für Bewässerungspionier

Der World Food Prize geht dieses Jahr an Dr. Daniel Hillel für seine Methode der Tröpfchenbewässerung. Seine Technologie macht den Anbau von Nutzpflanzen auch in den trockensten Klimagebieten der Welt möglich.

Bei Hillels micro-irrigation wird Wasser durch enge Plastikschläuche geleitet und direkt auf die Pflanzenwurzeln getropft. So wird Verdunstung minimiert, Düngemittel können damit effizienter eingesetzt werden und auch mit geringen Wassermengen wird ein guter Ertrag erreicht. So revolutionierte Hillel die Landwirtschaft in über 30 Ländern und half tausenden Bauern.

Daniel Hillel wurde 1930 in Los Angeles geboren, wuchs jedoch ab seinem ersten Lebensjahr im heutigen Israel auf und lebte viele Jahre in einem Kibbuz. Nach seinem Studium in den USA arbeitete er für das israelische Landwirtschaftsministerium und erforschte Möglichkeiten, die Wüste Negev urbar zu machen. Dort bewässerte man die Felder traditionell mit Hilfe großer Reservoirs. Das Wasser durchtränkte den Boden, verdunstete und versickerte aufgrund der großen Hitze aber sofort, wodurch der Boden auch seiner Nährstoffe beraubt wurde. Hillel erkannte die Ineffizienz dieser Methode und stellte fest, dass er mit weniger Wasser und ein paar Schläuchen mehr erreichen konnte. So entwickelte er sein erstes System der Tröpfchenbewässerung.

Der World Food Prize ist mit 250.000 US-Dollar dotiert und wird für Erfolge im Kampf gegen den globalen Hunger verliehen. Er wurde von Friedensnobelpreisträger Norman Borlaug ins Leben gerufen, der die Nahrungsmittelknappheit in Entwicklungsländern durch seine Weizenzüchtungen bekämpfte. Dr. Hillel wird den Preis am 18. Oktober während des jährlichen World Food Prize Symposium in Iowa offiziell entgegennehmen.