Wären die Auswirkungen der spanischen Immobilienblase oder die aktuellen Probleme griechischer Banken früher bekannt geworden, hätte manch deutscher Investor vielleicht schon früher die Notbremse gezogen. Zu diesem und ähnlichen Ergebnissen kommt eine Gruppe deutsch-israelischer Forscher, die moderne Physik mit Wirtschaftstheorien verbunden haben um Vorhersagen über zukünftige Stürme der Finanzwelt vorherzusehen.

Für ihr Projekt, das sie kürzlich in einem Artikel für die Zeitschrift Plos One vorstellten , arbeiteten Physiker der Tel Aviv University und Volkswirtschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eng zusammen. Eine innovative Forschungskooperation, mit hochinteressanten Ergebnissen für die Weltbank, die G8-Staaten und die internationale Finanzpolitik.

Die Akademiker zeigen, wie eine naturwissenschaftliche Perspektive die nächste wirtschaftliche Kernschmelze verhindern könnte. Ihre empirische Forschung beruht auf Prinzipien der Erforschung komplexer biologischer Systeme – wie Ameisenhaufen oder das Weltklima. Die deutsch-israelische Methodologie könnte dabei behilflich sein, die gegenwärtige Krise an den Weltmärkten zu überwinden und zukünftige Gefahren früher zu erkennen. Sie soll ermöglichen, Risiken, die in den diversen Verbindungen internationaler Märkte begründet sind, zu berechnen.

Mittels des so entwickelten Konzepts der „Meta-Korrelation“ soll gemessen werden, wie bestimmte Marktveränderungen wiederum andere Märkte beeinflussen. Daten von sechs der größten Wirtschaftsmächte aus den Jahren 2000 bis 2010 wurden dafür untersucht. Außer in China, dessen Wirtschaft unabhängiger zu arbeiten scheint, fand das deutsch-israelische Team eindeutige Muster der gegenseitigen Abhängigkeit. So werden bekannte enge Verbindungen zwischen Großbritannien und den USA, aber auch Wechsel in der Ost- bzw. Westausrichtung Japans nachvollziehbar.