Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte heute einen Artikel über die Startup-Szene in Tel Aviv.  Peter Münch, Korrespondent der SZ in Israel berichtet über die spannende Welt der jungen Firmengründer rund um den Rothschild Boulevard. Hier einige Auszüge aus dem Artikel :

„Tel Aviv geht neue Wege, und die Vision fasst Avner Warner in einem nicht gerade bescheidenen Satz zusammen: ‚Wir wollen ein Silicon Valley für Asien und Europa werden.‘ Warner ist Direktor einer unlängst gegründeten städtischen Behörde, die sich ‚Tel Aviv Global City‘ nennt. Sie soll die Mittelmeer-Metropole weltweit ganz vorn platzieren im Wettbewerb der neuen Technologien. Als Konkurrenten nennt er ‚New York, San Francisco und London‘. Auf Berlin und andere europäische Städte schauen sie längst herab (…)“

„Das Selbstbewusstsein allerdings haben sie sich erarbeitet und verdient in Israel. Das kleine Land mit nicht einmal acht Millionen Einwohnern schreibt im Hightech-Sektor eine Erfolgsgeschichte nach der anderen. Nirgendwo auf der Welt gibt es pro Kopf der Bevölkerung mehr Unternehmensgründungen, nirgends wird mehr Wagniskapital investiert – 30-mal mehr zum Beispiel als in Europa, zweieinhalb Mal so viel wie in den Vereinigten Staaten. (…) Und wer Avner Warner nach dem Erfolgsrezept fragt, bekommt eine unerwartete Antwort: ‚Wir haben hier in Tel Aviv Strand und Spaß, und das bringen wir zusammen mit der Wirtschaft.‘ “

„Als Faktoren des israelischen Erfolgs nennt [Schmuel Chafets] „eine innovative Gesellschaft“, die in der Gründergeneration auch schon die Wüste zum Blühen gebracht hat. In den neunziger Jahren habe zudem die Einwanderung von einer Million zumeist gut ausgebildeter Russen die Basis für den Hightech-Erfolg gelegt. Und nicht zuletzt schafft auch der ewige Nahost-Konflikt, so sagt er, wenigstens ein paar Synergie-Effekte: Militärtechnologie wird zivil nutzbar gemacht, gut ausgebildete Soldaten aus Spezialeinheiten kommen überdies immer wieder neu auf den Markt.“

Bildquellen: Tel Aviv Municipality, Wikimedia Commons