Die Frage nach dem “Next Big Thing” beschäftigte den israelisch-deutschen Roundtable, an dem am Dienstag acht junge Internet- und Technologiegründer und Investoren beim Internationalen Medienkongress diskutierten. Im Anschluss sprach der Vater des USB-Sticks, erfolgreicher Gründer und Erfinder aus Israel, Dov Moran, über die Chancen und Risiken für innovative Unternehmer.

Die Gründerseite vertraten dabei Conrad Fritzsch von tape.tv und Felix Petersen von Amen mit zwei sehr erfolgreichen Berliner Start-ups; der Israeli Moshe Vaknin von youAPPi, die sich auf personalisiertes Marketing für Smartphones spezialisiert haben; sowie sein Landsmann Yariv Erel, dessen Firma justAd eine cloudbasierte Software zur Erstellung und Gestaltung interaktiver Werbung auf allen Plattformen entwickelt hat.

Als Investoren diskutierten: Yair Re’em, der Israel-Experte von Hasso Plattner Ventures, Nico Lumma von Digital Pioneers, Ciarán O’Leary von Earlybird Ventures und Curtis MacDonald vom Bonner High-Tech Gründerfonds. Moderiert wurde die Veranstaltung von Digitalpionier Stephan Balzer, der mit red onion u.a. gerade die TEDx Berlin veranstaltet hat.

Deutsche Haupstadtregion und Start-up Nation Israel

Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten Ralf Christoffers begrüßte die Gäste gemeinsam mit dem Botschafter des Staates Israel Yakov Hadas-Handelsman. Christoffers betonte die wertschöpfungspolitische Chance der neuen Medien für Berlin-Brandenburg: “Ziel ist und bleibt es, die Hauptstadtregion als eine der Innovationsregionen in Europa zu etablieren.” Botschafter Hadas-Handelsman sprach über Israel als Start-up Nation: “Die israelische Gesellschaft ist geprägt von Pioniergeist, hat Visionen und ist bereit, alles zu tun, um ihre Träume wirklich werden zu lassen.”

Nach einhelliger Meinung der Podiumsteilnehmer haben die beiden Start-up-Metropolen Berlin und Tel Aviv eine einzigartige Mischung aus Urbanität und Kultur, aus kreativer Energie und Pioniergeist gemeinsam. Dieser Mix hilft Gründern, ihr wichtigstes Kapital anzuziehen, nämlich die passenden Mitarbeiter mit der notwendigen Begeisterung und Einsatzbereitschaft.

Risikobereitschaft und Begeisterung

Auch bei der Frage nach der Finanzierung von Start-ups herrschte Konsens darüber, dass staatliche Unterstützung weniger in Form von Geld fließen sollte. Nico Lumma von Digital Pioneers: “Das ist mehr oder weniger eine Geste, was Förderanstalten geben. Staatliche Stellen sollten vor allem in Form von Netzwerk-Events oder Konferenzen die Branche unterstützen.” Yariv Erel von Hasso Plattner Ventures stimmte zu: “Die Regierung sollte sich um die Menschen, Unternehmer um das Geschäft kümmern.” Und Moshe Vaknin zeigte sich überzeugt: “Wenn man bereit ist, ein Risiko einzugehen und begeistert von seiner Idee ist, dann ist man auch attraktiv für Investoren.” Diese unternehmerische Einstellung zeichne viele Israelis aus.

Und das nächste große Ding?

Auf die im Titel der Veranstaltung gestellte Frage nach den vielversprechendsten Trends für die nähere Zukunft gab es eine ganze Reihe unterschiedlicher Antworten: Big Data und IT-Sicherheit für all diese Daten waren neben Schwerpunkt, aber auch die bereits großen Themen mobile (inklusive mobile payment), e-commerce und participatory internet wurden hoch gehandelt.

Gute Ideen ohne eine Menge Arbeit gibt es nicht!

Im Anschluss sprach Dov Moran, der israelische Unternehmer, Gründer und Erfinder des USB-Sticks, in seiner Keynote über “Innovation. The good, the bad and… why in Israel?” Der Umsatz seiner Firma msystems wuchs dank der Erfindung des neuen Flash-Speichermediums innerhalb von vier Jahren um das Dreizehnfache. 2006 verkaufte er das Unternehmen für 1,6 Mrd. Dollar an SanDisk. Auch Scheitern gehöre zum Erfolg, so Moran, der die Erfahrung selbst mehrfach gemacht hat und momentan an zahlreichen neuen Ideen und Projekten arbeitet, wie Comigo, einer Smart-TV-Lösung, dem Online-Serviceportal sherut.net, oder Smarttype, einer Tastatur mit integriertem Bildschirm. Es sei ganz einfach, innovativ zu sein. Man brauche dazu nur die richtigen Leute, Entschlossenheit und Mut. “Sei bereit, hart für deinen Erfolg zu arbeiten, gute Ideen ohne eine Menge Arbeit gibt es nicht!”

Der Start-up-Roundtable fand im Rahmen des deutsch-israelischen Fokus der Medienwoche@IFA statt und wurde durch das Israel Trade Center und das Medienboard Berlin-Brandenburg organisiert.

 

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