Israel pflegt gute Handelsbeziehungen zur EU

Wie Wladimir Struminski in seiner neuesten Israel-Meldung für gtai.de berichtet, sind die Handelsbeziehungen zwischen der EU und Israel stabil und weiter ausbaufähig. Allerdings nehme die Konkurrenz aus China zu. Ein neues Luftverkehrsabkommen werden die Geschäftschancen im Tourismus- und Transportsektor verbessern. Vielfältige Kooperationen im Hightechsektor stärken Israels Ruf als Forschungsschmiede.

Für Israels Wirtschaft ist der europäische Markt überlebenswichtig. Zugleich ist Israel für die EU einer der wichtigsten Abnehmerländer in Nahost. Laut der israelischen Handelsstatistik bezog Israel im Jahr 2012 EU-Waren im Wert von 25,1 Milliarden US$. Zwar bremsten Wirtschaftsturbulenzen die israelische Nachfrage nach europäischen Waren um 1% ab, doch blieb der Anteil der EU-Länder an den Warenbezügen im letzten Jahr mit 34,4% faktisch unverändert.

Die wichtigsten europäischen Lieferpositionen sind hochwertige Produkte wie Maschinen und Ausrüstungen, Chemikalien und Kraftfahrzeuge. Im Handel mit Israel erzielt die EU zudem einen erheblichen Handelsbilanzüberschuss: So übertrafen 2012 Israels Importe die Exporte um fast die Hälfte.

Der hafen von Haifa, Israels größter Seehafen.

Der Hafen von Haifa, Israels größter Seehafen.

Immer öfter stoßen Europäer auf dem israelischen Markt auf Konkurrenz. Vor allem China, zum Teil auch andere asiatische Länder, bauen ihre Präsenz aus. “Damit aber”, so Dan Catarivas von der Manufacturers’ Association of Israel, “unterscheidet sich Israel nicht von andern Ländern, die ihre Wirtschaftsbeziehungen mit Asien ausbauen.” Catarivas zeigt sich im Gespräch mit Struminski überzeugt, dass sich das Handelsvolumen zwischen der EU und Israel noch lange Zeit steigern lässt. Dafür sorgen seiner Meinung nach das schnelle Wachstum der israelischen Wirtschaft ebenso wie ihr steigender Spezialisierungsgrad.

Weitere Liberalisierungsschritte geplant

Es bleibt nicht bei Industriewaren, 2010 ist eine zusätzliche Teilliberalisierung des israelisch-europäischen Handels mit frischen Agrarerzeugnissen in Kraft getreten. In Zukunft sind, wie Natalie Gutman-Chen, Direktorin der Abteilung für bilaterale Handelsverträge im Jerusalemer Wirtschaftsministerium erklärt, weitere Liberalisierungsschritte vorgesehen.

Der Dienstleistungssektor spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Frühjahr 2013 billigte die israelische Regierung ein Luftverkehrsabkommen mit der EU, durch das innerhalb von fünf Jahren eine Politik des “offenen Himmels” realisiert werden soll. Neben Fremdenverkehr oder Transport werden auch Geschäftsdienstleistungen immer wichtiger. Nicht zuletzt ist Israel ein wichtiger Exporteur von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen. “Die Europäer” weiß Dan Catarivas, “erkennen die Bedeutung Israels als Lieferquelle für hochtechnologische Lösungen an und greifen darauf zurück.”

Seinerseits ist Israel ein dankbarer Markt für europäische Dienstleister in Bereichen wie Ingenieurswesen oder Forschungs- und Labordienste. Europäisches Know-how in Bereichen wie Energieeffizienz und Umweltschutz wird in Israel hoch geschätzt.

Gemeinsame Forschung wichtige Grundlage

Israel nimmt an einer Reihe europäischer Forschungsprogramme teil. Das schafft eine Vielfalt wichtiger Kontakte zu europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen und begründet langfristige Partnerschaften. Seit 1996 ist Israel in die europäischen Rahmenprogramme für Forschung und Entwicklung integriert. Im Sommer 2012 bezeichnete der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barosso in einer Rede an der Universität Haifa die technologische Kooperation zwischen der EU und Israel als einen der größten Erfolge der europäisch-israelischen Partnerschaft.

Deutschland ist in vielerlei Hinsicht Israels wichtigster Partner innerhalb der EU. Im Jahr 2012 stammten 18% der Einfuhren, die Israel in der EU getätigt hat, aus Deutschland. Deutsche Kunden nahmen 10% der israelischen EU-Exporte ab.

Den vollständigen Artikel von Wladimir Struminski finden Sie auf www.gtai.de (Germany Trade & Invest).

 

Bild: http://www.flickr.com/photos/tsaiproject/

2013-06-28T09:52:51+00:00June 28th, 2013|Wirtschaft und Konjunktur|0 Comments