EUWID Wasser zu Besuch in Israel

imagesAnlässlich einer Vorbereitungsreise zur Wassertechnologiemese WATEC im Oktober, war die Journalisting Corinna Röttker zu Gast in Israel. Sie informierte sich über den lokalen Wassersektor und aktuelle Herausforderungen. Darüber berichtet sie in der Fachzeitschrift EUWID Wasser, hier einige Auszüge:

Während die aus natürlichen, regenerierenden Quellen zur Verfügung stehende Wassermenge sich aktuell auf 1,17 Milliarden Kubikmeter beläuft, liegt der Wasserbedarf bei knapp 1,8 Milliarden Kubikmeter. „Jedes Jahr müssen wir also eine Lücke in Höhe rund 650 Millionen Kubikmeter Wasser füllen“, sagte Abraham Tenne, Vorsitzender der staatlichen israelischen Wasserbehörde. Das Land Israel, das sich in den vergangenen Jahren zu einer Startup-Nation entwickelt hat und mit rund 3.500 Unternehmen weltweit mitunter die meisten Start-ups pro Einwohner aufweist, hat daher insbesondere im Wasserbereich neue Ansätze und Technologien für eine sparsame Wassernutzung entwickelt. Die Lösungsansätze umfassen ein intelligentes Wasserressourcenmanagement, Bewässerungstechnologien, Technologien zur Überprüfung der Wasserqualität, Abwasseraufbereitung und -wiederverwendung sowie die Entsalzung von Meerwasser.

Ein wichtiger Punkt der Reise war der Besuch israelischer Startups wie Woosh Water Systems:

Woosh Water Systems Ltd., ein anderes israelisches Startup-Unternehmen, hat sich zum Ziel gesetzt, den Wasserverbrauch der Menschen in der Stadt nachhaltiger zu gestalten und sogenannte Trinkwasser Verkaufsautomaten entwickelt, die auf ein ozonbasiertes Wasserreinigungssystem basieren und gleichzeitig mit einer Desinfektionsfunktion der Trinkflaschen ausgestattet sind. Auf diese Weise soll nicht nur Abfall vermieden, sondern
insbesondere auch sauberes Trinkwasser auf effizienter Weise den Menschen zur Verfügung gestellt werden – und das nicht nur in Israel. Bereits bis nach Deutschland (Freiburg) haben es die Verkaufsautomaten unter anderem schon
geschafft.

Auch über das Thema Entsaltzung spricht der Artikel:

Darüber hinaus baut Israel die Meerwasserentsalzung weiter aus und treibt eine Vielzahl von Projekten, wie den Bau der Anlage in Ashdod, südlich von Tel Aviv, massiv voran. Die neu entstehende Meerwasserentsalzungsanlage in Ashdod ist eines der wichtigsten Projekte des staatseigenen Wasserversorgers Mekroot. Die Anlage soll zukünftig
jährlich bis zu 100 Millionen Kubikmeter entsalztes Wasser zusätzlich bereitstellen. Weitere Projekte umfassen unter anderem die Vermeidung des Salzeintrages in an Küsten gelegene Grundwasserleiter. „Im Jahr 2015 sollen rund 70 Prozent des inländischen Wasserverbrauchs über die Entsalzung von Wasser bereitgestellt werden“, sagte Yossi Shmaya, Regionalmanager bei Mekorot. Derzeit gäbe es insgesamt 32 Meerwasser- und Brackwasserentsalzungsanlagen in Israel. Den Angaben von Mekorot zufolge werden so jährlich bis zu 42 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Jahr bereitgestellt.

 

Quelle: Euwid Wasser und Abwasser 27/2013

2013-07-05T09:06:55+00:00July 5th, 2013|Wasser und Abwasser, Umwelttechnologie|0 Comments