Toilettenpapier aus Klärschlamm – Applied CleanTech macht’s möglich

Was zunächst wie ein schlechter Witz klingt, macht eine Firma aus Israel möglich: Applied CleanTech hat einen Prozess zur Wiederaufbereitung von Klärabfällen entwickelt, um daraus Verpackungsmaterialien, Plastik oder auch Toilettenpapier herzustellen. Auch alternative Treibstoffe können so produziert werden.

OMER1Klärschlamm fällt bei der Aufbereitung von Abwasser an und wird in Deutschland zu einem großen Teil als Düngemittel verwendet. Für Refael Aharon, den CEO von Applied CleanTech, ist dies Verschwendung. Mit der Technologie seiner Firma könnte das Abfallprodukt stattdessen wertsteigernd recycelt werden.

Das Produkt des neuen Verwertungsprozesses nennt das Unternehmen Recyllose, da es aus den Zellulosefasern besteht, die aus dem Abwasser gewonnen werden. Recyllose kann als Ersatz für Holz und andere Pflanzenfasern verwendet werden. Städtische Kläranlagen müssten sich in Zukunft keine Sorgen mehr über die Klärschlammentsorgung machen, sondern würden zu Produzenten eines nicht-fossilen Rohstoffs.

Wie die Times of Israel berichtet, ist dies in Safed im Norden Israels bereits der Fall. Die Stadt konnte ihre Kosten für Abwasseraufbereitung mit der Nutzung der Technologie von Applied CleanTech um 20 Prozent mindern. Außerdem sparte sie bei Energiekosten, da die Recyllose auch als Treibstoff für den Strom der Kläranlage verwendet wird. Eine Studie hierzu wurde auf der WATEC 2013 vorgestellt. Neben Israel, wird die Technologie bereits in Kroatien und Mexiko angewendet.

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 Bilder: Applied CleanTech

2013-10-25T13:50:36+00:00October 25th, 2013|Wasser und Abwasser, Umwelttechnologie|0 Comments