Merck investiert in israelische Forschungskooperationen

Merck setzt als führendes Pharma-, Chemie- und Life-Science-Unternehmen zunehmend auf die Kooperation mit israelischen Biotech-Unternehmen wie Metabomed und ChanBio, die beide seit Dienstag Teil des Merck Serono Israel Bioinkubator sind.

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„Die israelische Innovationslandschaft passt perfekt zu unserem Slogan ‘Merck – Living Innovation’“, sagte Stefan Oschmann, der in der Geschäftsleitung von Merck für die beiden Pharmasparten zuständig ist, am Dienstag am israelischen Standort von Merck in Yavne. „In Israel blicken wir nicht nur auf eine Tradition, aus der einige der wichtigsten Produkte von Merck wie Rebif und Erbitux hervorgegangen sind, sondern auch auf eine viel versprechende Zukunft. Hier treffen wir weiterhin auf interessante und hochmoderne Wissenschaft sowie die Voraussetzungen, diese zu Produkten weiterzuentwickeln.“

Der mit insgesamt 10 Millionen Euro ausgestattete MS Ventures Israel Bioinkubator Fonds leistet Anschubfinanzierungen und praktische Unterstützung für Startup-Unternehmen in Israel. Neviah Genomics, das neuartige Biomarker für die Vorhersage von Arzneimittel-verursachter Toxizität entwickelt, war das erste Unternehmen im Merck Serono Israel Bioinkubator, weitere Unternehmen werden nach Aussage des Pharmakonzerns folgen.

Metabomed konzentriert sich auf die Erforschung des Krebsstoffwechsels und den Bereich der rechnerbasierten Biologie. Die Unternehmensgründer kommen unter anderem von der Universität Tel Aviv und dem Technion Israel Institute of Technology.

ChanBio wird sich auf Antikörper konzentrieren, die selektiv für Ionenkanäle sind, welche wiederum als wichtige therapeutische Ziele für die Behandlung von Multipler Sklerose angesehen werden.

„Strategische Investitionen in externe Innovationen sind ein zentrales Element unserer Strategie“, sagte Oschmann. „Mit unserem Venture-Capital-Fonds MS Ventures unterstreichen wir unser Interesse an langfristigen Beziehungen und am innovativen Unternehmergeist von Biotech-Unternehmen.“

2012 hatte Merck insgesamt 1,5 Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung investiert, was einem Anteil von 14,1 Prozent am Konzernumsatz entspricht. 80 Prozent der F&E-Aufwendungen entfielen auf die Pharma- und 20 Prozent auf die Chemiesparten.

Oschmann sagte weiter: „Israel verfügt über ein sehr gutes Bildungssystem und überdurchschnittliches geistiges Kapital. Im internationalen Vergleich hat Israel die höchste Konzentration von Wissenschaftlern und Ingenieuren weltweit. Wer mit israelischen Wissenschaftlern zusammenarbeitet, weiß außerdem zu schätzen, dass diese häufig unkonventioneller vorgehen und ihre Ergebnisse schneller praktisch umsetzen.”

Im Jahr 2007 unterzeichnete Merck als erstes deutsches und erstes Pharma- und Chemieunternehmen das Global Enterprise Framework Collaboration Program des israelischen Industrie- und Handelsministeriums. „Durch dieses Programm erhalten wir nachhaltig Unterstützung bei der Identifizierung von potenziellen Kooperationspartnern für den Aufbau neuer Partnerschaften. Für die Zukunft versprechen wir uns von dieser Rahmenvereinbarung noch Einiges“, sagte Oschmann.

2013-11-26T15:52:56+00:00November 26th, 2013|Life Science und Biotech, Pharma und Medizin|0 Comments