Während des jüngsten Erdbebens und darauffolgenden Anstiegs des Meeresspiegels in Chile am 1. April kam erstmals das Frühwarnsystem SMART (Scalable Messaging Application in Real-Time) Broadcast des israelischen Startups eVigilo zum Einsatz und scheint sich bewährt zu haben: Die Zahl der Opfer im Vergleich zu ähnlich starken Beben in Chile fiel deutlich geringer aus.

Die chilenische Zivilschutzbehörde ONEMI arbeitet erst seit kurzem mit eVigilo zusammen. Mittels des Frühwarnsystems konnte ONEMI lokalbasierte Evakuierungsnachrichten an Millionen von Menschen an der Küste Chiles, die etwa der Entfernung von Berlin nach Tel Aviv entspricht, versenden. Diese Nachrichten wurden über alle zur Verfügung stehenden Kanäle verschickt: SMS im Mobilfunknetz, Push-Benachrichtigungen über das Internet, E-Mails, TV, Radio, Sirenen, Soziale Netzwerke und auch digitale Leittafeln. Auf diese Weise konnte der Großteil der Chilenen erreicht werden. Während in einem ähnlich starken Beben 2010 noch 560 Menschen durch den Tsunami umkamen, waren es vergangene Woche gerade einmal fünf Menschen. Der chilenische Staat hat sich die Installation des Mehrkanalfrühwarnsystems Gerüchten zufolge fünf Millionen US-Dollar kosten lassen.

Weltweit ist eVigilo SMART Broadcast das einzige System das Millionen von Mobilfunknachrichten in weniger als 20 Sekunden versenden kann. Dabei werden keine bestimmten Telefonnummern angeschrieben, die sich vorher registrieren müssten, sondern Mobilfunkantennen angefunkt, die dann wiederum alle in der Nähe eingebuchten Geräte kontaktieren. Daher werden ähnliche Pilotprojekte momentan in Singapur, Aserbaidschan, Österreich und Belgien in Testphasen durchgeführt. Der größte Kunde von eVigilo ist die israelische Zivilschutzbehörde, die bisher knapp 20 Millionen US-Dollar für die Dienste des Startups ausgegeben hat. Im Falle von Bedrohungen durch Raketen kann eVigilo alle elf Millionen Mobilfunkgeräte in Israel innerhalb von drei Sekunden erreichen – und dies natürlich auch wieder regional eingrenzen.

SMART Alert