Das war das Future Mobility Camp 2014

...Am vergangenen Freitag und Samstag fand unter der Überschrift „Energiewende meets Verkehrswende“ das Future Mobility Camp in der Berliner Hauptstadtrepräsentanz von Microsoft statt. Die Veranstaltung zeichnete sich durch die deutsch-israelische Kooperation zwischen dem Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) und dem aufstrebenden Mobilitätsblogger und Begründer der Veranstaltung Martin Randelhoff auf der einen und dem Israel Trade Center in Berlin und der Fuel Choices Initiative aus Tel Aviv auf der anderen Seite aus. Teil des Konzeptes war es, dass jeweils eine Hälfte der präsentierenden Startups aus Deutschland bzw. Israel kamen.

Bevor die zweitägige Veranstaltung offiziell durch Yakov Hadas-Handelsman, Botschafter des Staates Israel in Berlin, eröffnet wurde, konnten sich potentielle Investoren und Startups bereits zum „Startup-Dating“ einfinden, um in konzentrierter Atmosphäre Ideen und Erwartungen auszutauschen. Großkonzerne wie u.a. Daimler, Siemens, Opel, Bombardier Industries und Schneider Electric ließen sich die Möglichkeit nicht entgehen, die Startups, vornehmlich aus dem Berliner Startup-Umfeld und dem Großraum Tel Aviv, unter die Lupe zu nehmen.

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S.E. Botschafter Yakov Hadas Handelsman

Im Anschluss wurde das Future Mobility Camp 2014 nach einleitenden Worten von Martin Randelhoff und Dr. Frank Wolter vom InnoZ von Botschafter Yakov Hadas-Handelsman eröffnet, der in seiner Rede auf die Entstehung der Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern und den genannten Institutionen in dem Bereich der alternativen Mobilität einging und die Anwesenden darin bestärkte, die geschaffene Grundlage zu nutzen und auszubauen. Dr. Tomer Cohen, seines Zeichens wissenschaftlicher Berater der Fuel Choices Initiative, die ins Leben gerufen wurde, um Israels Abhängigkeit vom Öl im Transportwesen zu verringern, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Namen der Initiative.

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Daniel Barel, Softwheel

Die Bühne gehörte nun den Startups, die jeweils fünf Minuten Zeit hatten, den Kern ihrer Innovationen und technischen Lösungen zu präsentieren. Aus Israel waren Arilou, City Transformer, Hopon, Softwheel und das mittlerweile in Berlin ansässige Times Twenty Five angereist. Die deutschen Teilnehmer setzten sich aus der Innovative Mobility Automobile GmbH, Logo Tech Managementberatung GmbH mit der RoRo Trasse, paketoo, ParkTaggraphmasters und dem InnoZ-Spin-off TripTrends zusammen. Das Publikum konnte im Anschluss an die jeweilige Präsentation Kärtchen ausfüllen, um den Firmen anonym eine Rückmeldung geben zu können, die zum Ende des Tages an die Vertreter der Firmen ausgehändigt wurde.

Einige Kernthemen aus den Präsentationen wurden danach von einer Expertengruppe diskutiert. Christian Thiel von der London School of Economics bat hierzu Kristiina Bognar, Senior Managerin bei Schneider Electric, Boaz Mamo, Direktor des israelischen Think Tanks EcoMotion, Dr. Tomer Cohen von der Fuel Choices Initiative und Dr. Frank Wolter vom InnoZ auf die Bühne. Neben der Diskussion von Car-Sharing-Konzepten und Anreizen für die Bevölkerung, alternative Brennstoffe zu nutzen, wurden die Teilnehmer auch gefragt, wie sie sich 2025 wahrscheinlich fortbewegen werden.

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Podium: Krisitna Bognar, Dr. Tomer Cohen, Boaz Mamo, Dr. Frank Wolter, Christian Thiel

Während einige der Teilnehmer sich sicher waren, in etwa zehn Jahren kein Auto zu besitzen, hoffte ein Teilnehmer besonders darauf, in 2015 das nötige Geld dafür zu haben, um mit den Kollegen gemeinsam im geteilten selbstfahrenden Auto auf dem Weg zur Arbeit anstehende Projekte zu diskutieren. Einig war man sich, dass der Berufsstand des Taxifahrers in absehbarer Zukunft Gefahr läuft, seinen festen Platz im Gesamtbild des Stadtverkehrs zu verlieren. Das Podium lieferte ausreichend Gedankenanstöße, die anschließend in der „Digital Eatery“ von Microsoft vertieft werden konnten.

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Hemdat Sagi, Israel Trade Center

Am Samstag wurde die Konferenz in Form eines Barcamps fortgesetzt. Hemdat Sagi, Handelsattaché an der israelischen Botschaft und Direktorin des Israel Trade Centers läutete diesen vertiefenden und in lockerer Atmosphäre stattfindenden Teil des Future Mobility Camps mit einer kurzen Rede ein. Das Konzept erlaubte es den Teilnehmern, die thematischen Überschriften der verschiedenen Workshops selbst zu erarbeiten.

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Ziv Levi, Arilou

Ziv Levi von Arilou, einer Firma, die sich mit dem Schutz von Car-IT beschäftigt, demonstrierte, was passiert, wenn Autos gehackt werden. Stephan Leppler vom InnoZ diskutierte mit den Teilnehmern „das Smartphone als Erhebungsinstrument“ und Boaz Mamo vom Israel Innovation Institute brachte den Zuhörern „die Welt der Mobility Startups und ihre Finanzierung“ näher. Dr. Gerd Leutner von der deutschen Wirtschaftskanzlei CMS Hasche Sigle erläuterte die „Elektromobilität in Berlin und damit verbundene rechtliche Fragestellungen“ und Vipul Tropani vom InnoZ machte sich mit den Teilnehmern seines Workshops dazu Gedanken, wie man „Anreize für OEMs Autos“ setzen kann, diese „vehicle-to-grid-fähig zu machen.“ Matthias Patz von DB Systel lotete Kooperationsmöglichkeiten für Startups und DB Systel aus, während sein Kollege Florian Ohly von DB Station&Service gemeinsam mit Dr. Tim Lehmann vom InnoZ über den „Bahnhof der Zukunft“ sprach. Knut Hechtfischer von der Berliner Firma Ubitricity stellte seine Ideen zu „Mobile Metering und virtuellen Kraftwerken“ zur Diskussion. Außerdem stellte die israelische Studentin Ayelet Fishman ihr Konzept zu urbaner Logistik vor und unterhielt sich mit Gideon Goldwine von City Transformer über Fahrzeugentwürfe und die mobile Energienutzung der Zukunft.

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Digital Eatery

Das Israel Trade Center möchte sich herzlich bei allen Beteiligten bedanken, die das Future Mobility Camp möglich gemacht haben und hofft, künftig dem Thema alternative Mobilität einen hohen Stellenwert in den deutsch-israelischen Wirtschaftsbeziehungen zuordnen zu können.

2014-11-27T17:39:17+00:00November 27th, 2014|Automobil und Zulieferer, Unternehmen und Investments|1 Comment