Israel auf dem MWC 2015

Einer der Schlüssel für Israels wirtschaftlichen Erfolg ist, dass Israels Binnenmarkt nur sehr klein ist und sich jedes Startup und jedes Unternehmen vom ersten Tag an global ausrichten müssen. Nicht die Frage, ob die Lösung innerhalb Israels Anklang findet, treibt die jungen Firmen voran, sondern wie sie eine Technologie entwickeln können, die von weltweiter Relevanz ist. Hierzu bemerkt der israelische Crowdfunding-Experte Jon Medved: „Unsere Firmen gehen entweder global vor, oder sie gehen nirgendwohin.“
Deshalb ist der israelische Pavillon auf dem Mobile World Congress in Barcelona – die weltgrößte Messe im Bereich ‚Mobile‘ – auch der größte Länderpavillon, der auf der Messe zu finden ist. Um die 100 israelischen Telekommunikationsunternehmen und App-Anbieter werden ihre Innovationen präsentieren und stellen einen hohen Anteil an den insgesamt 1700 ausstellenden Firmen dar.

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Der Erfolg der israelischen Unternehmen lässt sich aber nicht nur in Zahlen ausdrücken. Im letzten Jahr gewannen zwei israelische den prestigeträchtigen Global Mobile Award, der jährlich auf der Messe vergeben wird.

Die Firma CamMe gewann den Preis für die innovativste App. Mithilfe von Gestensteuerung können Nutzer aus einer Entfernung von bis zu 5 Metern die Kamera ihres Handys aktivieren, in dem sie ihre Hand zu einer Faust formen.
Für die Jury war CamMe eine „App, die die Art und Weise, wie wir Bilder von uns machen, von Grund auf verändert. Indem intelligente Gesten verwendet werden, steht diese coole und einzigartige App für eine neue Selfie-Ära.“

Ebenfalls einen Award abräumen konnte das israelische Startup Wibbitz, das den „Best Mobile Publishing Product or Service Award“ mit nach Hause nahm. Wibbitz bietet eine kostenlose App an, die geschriebene Artikel zu Videos konvertiert. Eine automatische Stimme liest die Neuigkeiten vor, wobei gleichzeitig die passenden Bilder, Videos oder Infografiken eingeblendet werden.

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Die Jury lobte Wibbitz, indem sie hervorhob, dass „die Technologie von Wibbitz in wenigen Sekunden automatisch längere Artikel in kurze Video-Zusammenfassungen wandeln kann. Diese Dienstleistung hat erfolgreich die Bedürfnisse erkannt, die unter der Zeitknappheit heutzutage für den Konsumenten entstehen.“

Unter den Firmen, die dieses Jahr am Gemeinschaftstand ausstellen, sind Beispiele erster Güte dafür, wie ein Fokus, der von Beginn an auf das globale Geschäft gesetzt wurde, dabei helfen kann, diese Vision letztlich auch zu erfüllen.

Lexifone ist eine Firma, deren gesamte DNA darauf gründet, das globale Dorf noch kleiner erscheinen zu lassen. Die Firma ermöglicht Geschäftsleuten, in ihrer Muttersprache etwa mit chinesischen Geschäftspartnern zu kommunizieren, die ausschließlich Mandarin sprechen. Lexifone hat einen vollautomatischen Telefonübersetzer entwickelt, durch den man Menschen auf der Welt anrufen und gleichzeitig eine Synchron-Übersetzung an beiden Enden erhalten kann. Diese Spitzentechnologie erlaubt es Menschen in ihrer Sprache spielend leicht zu kommunizieren, ohne sich in Übersetzungen zu verlieren.

Kaltura entwickelt vor dem Hintergrund der Wichtigkeit von Videoanimationen heutzutage eine Videoplattform, die offen, flexibel und gemeinschaftlich funktioniert – eine Art Wikipedia für Videos, Wikipedia meets Youtube. Unter der eindrucksvollen Kundenliste der Firma finden sich amerikanische Topuniversitäten, Hollywood-Studios und führende Unternehmen wie Philips, Intel, SAP, Band of America und AT&T.

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Magisto ist eine weitere Firma aus dem Video-Sektor mit einem globalen Fokus, die sich jedoch an den Endnutzer richtet. Magisto stellt automatisch aus täglich gemachten Fotos und Videos schöne, farbenfrohe Videos zusammen, die zudem dem Thema entsprechend auch noch musikalisch begleitet werden. Magisto hat erkannt, dass der Wunsch danach seine eigene Geschichte zu erzählen einer der Hauptgründe ist, warum der personalisierte Videosektor sich in atemberaubender Geschwindigkeit fortentwickelt. Auf YouTube werden etwa 100 Stunden Videomaterial pro Minute hochgeladen. Da die meisten Nutzer aber keine professionellen Videobearbeiter sind, übernimmt Magistos kostenlose App diese Arbeit, indem sie automatisch die Videos überarbeitet und hochqualitative, teilbare Videos, in denen Personen markiert werden können.

Mobiltelefone werden heute sehr umfangreich genutzt: Neben dem Sprechen, wird getextet, gefilmt, gelesen, eingekauft usw. Nicht selten kommt dabei die Warnung vor Verstrahlung auf. Das israelische Startup Tawkon hat eine App kreiert, die die Strahlung misst, die ein Smartphone emittiert und gibt Empfehlungen, wie sie verringert werden kann.

Das ist insgesamt nur ein kurzer Überblick über die Startups, die sich von Tag eins das Ziel gesetzt haben, das große Ganze zu ergänzen. Mehr über die vielen Firmen, die sich am israelischen Gemeinschaftsstand auf dem MWC einfinden werden, finden sie hier.

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2015-02-18T10:36:49+00:00February 18th, 2015|Uncategorized|0 Comments