FAZ-Reportage über Israel: Aus dem Techniklabor hinaus in die Welt

Jan Hauser, Redakteur der Wirtschaft bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, berichtet auf seinem Blog in einer Reportage über Israels Wirtschaft. Einer der Hauptakteure der Reporatage ist Uri Adoni von Jerusalem Venture Partners, der zuletzt auch auf der “German-Israeli Innovation Bridge Conference” gesprochen hat:

Plötzlich steht am Bahnhof eine Frau vor Ivo. Er kennt sie nicht, aber sie kennt ihn. Sie fragt, ob er derjenige ist, der eben den Zug verpasst hat. Schon bindet sie ihm eine neue Uhr um das Handgelenk. Allein deshalb, weil er gerade via Facebook und Twitter schrieb, dass er seine Bahn nur noch wegfahren gesehen habe. So funktioniert Werbung in Echtzeit. Sie fotografiert die Uhr und wird die Aufnahme gleich in soziale Netzwerke stellen, um Klicks auf ihren Auftraggeber, den Uhrenhersteller, zu lenken.

Doch wie hat sie ihn so schnell gefunden? Tracx schafft das. Das junge, israelische Unternehmen durchsucht das Internet besonders in sozialen Netzwerken. “Wir sammeln alle öffentlichen Daten”, sagt Sharon Weshler, der für die Unternehmensentwicklung zuständig ist. Tracx macht die unendliche Online-Masse durchsuchbar. Ob männlich oder weiblich, ob in Madrid oder Berlin, ob 16 Jahre alt oder 61 Jahre alt: das Unternehmen filtert sein System mit gewaltiger Datenmenge nach allen Wünschen und spuckt jeweils einen überschaubaren Teil heraus. Damit finden schon Unternehmen wie Coca-Cola, Visa oder Rolex heraus, was online über sie gedacht wird und worauf sie reagieren müssen. Was hilft der Marke, und was schadet ihr? “Mit dem Chaos im Internet brauchst du jemanden, der dir sagt, was gut und was schlecht ist”, findet Weshler.

Die Idee mit der Uhr für den Zuspätkommer spricht er an diesem Tag in Tel Aviv im israelischen Institut für Export und internationale Zusammenarbeit aus. Vor ihm sitzen Vertreter deutscher Unternehmen, von der Post, von einer Messegesellschaft und von großen Verlagen, die er zu überzeugen versucht. Immer wieder weist er mit den Fingern auf die Präsentation hinter sich und zeigt, was mit seinem System alles möglich ist. Er könnte dem Uhrenhersteller alle Online-Einträge liefern, in denen “Zug” und “verpasst” vorkommen – und diese mit dem exakten Ort versehen. Der müsste nur noch eine Person losschicken. Jeder fünfte Tweet enthält genaue GPS-Koordinaten, berichtet er.

Die Deutschen wollen die lebendige Internetszene Israels erkunden. Sie sind auf einer Reise des Verbands der deutschen Zeitschriftenverleger hierhergefahren, zu der der Verband auch diese Zeitung eingeladen hat. Sie hören von Tracx und wie Internetfirmen mit ihnen zusammenarbeiten können. Sie erfahren, dass die Online-Leser immer mobiler werden und Inhalte immer gezielter auf Einzelpersonen gerichtet werden.

 

Lesen Sie die vollständige Geschichte hier.

2015-02-24T10:30:24+00:00February 24th, 2015|Uncategorized|0 Comments