IWF veröffentlicht vorläufigen Bericht zu Israels Wirtschaft

Die Israelische Zentralbank hat bekannt gegeben, dass die IWF-Mission in Israel, angeführt von Bas Bakker, dem frisch ernannten Finanzminister Mosche Kachlon und der Gouverneurin der Israelischen Zentralbank, Dr. Karnit Flug, den vorläufigen IWF-Bericht 2015 über die israelische Wirtschaft (preliminary 2015 Article IV Consultation Concluding Statement) vorgelegt hat.

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Ariel Jerozolimski | Getty Images

Vier zentrale Punkte können dem Bericht entnommen werden:

  1. Israels Wirtschaft entwickelt sich weiterhin gut:
    Nach der globalen Finanzkrise kann Israel, anders als andere Länder, sein BIP-Wachstum als auch die Schaffung von Arbeitsplätzen aufrechterhalten.
  2. Einige Herausforderungen bleiben:
    A. Das Haushaltsdefizit bleibt weiterhin hoch, was geringe Spielräume bei Finanzmarktschocks zufolge hat.
    B. Negative Inflationsraten, die hinter die Ziele der Bank zurückfallen, bei gleichzeitig steigenden Immobilienpreisen.
    C. Geringe Arbeitsproduktivität und die Kluft zwischen USA und Israel vergrößert sich.
    D. Einkommensungleichheit ist unter den entwickelten Volkswirtschaften mit am höchsten.
  3. Positive Wirtschaftsaussichten:
    Erwartet wird ein Wirtschaftswachstum von 3 Prozent (2,8 Prozent in 2014), auf Grund eines starken Wachstums der privaten Konsumausgaben. Das gründet auf einem raschen Zuwachs von Arbeitsplätzen, Zinssätzen nahe Null, fallenden Importpreisen und auf der Erholung nach den Militäraktionen des vergangenen Jahres. Erwartet wird eine positive Inflation, die 0,75 Prozent zum Jahresende betragen und nächstes Jahr den Zielkorridor erreichen wird. Der Auslastungsgrad der Wirtschaft ist niedrig. Der IWF hält fest, dass die Produktionslücke bei null liegt. Mittelfristig wird die Wirtschaftsleistung um die 3 bis 3,25 Prozent wachsen, was ungefähr den Schätzungen des israelischen Wirtschaftsministeriums entspricht.
  4. Bei den Wachstumsaussichten halten sich die Risiken die Waage:
    Die Wachstumszahlen können enttäuschen, wenn das Wachstum der israelischen Handelspartner schwächer ist, geopolitische Spannungen sich in der Region verstärken oder die Aufwertung des Schekels weitergeht. Ein starker Preisverfall der Immobilienpreise kann auch einen Faktor für ein rückgängiges Wachstum darstellen. Das Wachstum könnte sich aber auch stärker als erwartet entwickeln, wenn sich die Volkswirtschaften der Handelspartner schneller erholen oder die Investments im Erdgas-Sektor steigen. Striktere Geldpolitik in den USA würde sich wahrscheinlich positiv auf Israel auswirken, da sie Druck auf den Schekel ausüben würde und somit Wachstum und einen Inflationsschub auslösen würde.

Erwartungsgemäß wird der komplette Bericht innerhalb der nächsten zwei Monate fertiggestellt.

Den ganzen Vorabbericht finden Sie auf der Seite der israelischen Zentralbank.

2015-06-29T17:44:04+00:00June 29th, 2015|Wirtschaft und Konjunktur|0 Comments