Israels Cyber-Industrie boomt

Israel ist auf bestem Wege, seine Rolle als eine der führenden Cyber-Nationen der Welt weiter auszubauen. Laut des Israel National Cyber Bureau lagen die israelischen Exporte von Sicherheitssoftware im Jahr 2014 bei einem Wert von 6 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anteil von 10 Prozent des globalen Marktes, an dem das Land mit nur 8,4 Millionen Einwohnern teilhat. Mit dieser Summe überstiegen die Cyber-Exporte auch erstmals die Rüstungsexporte des Landes, welche 2014 bei 5,7 Milliarden US-Dollar lagen.

Die israelische Industrie hat in den letzten Jahren internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen können: Einerseits durch die Präsenz global etablierter Anbieter von Sicherheitssoftware wie Check Point oder CyberArk, andererseits durch innovative Startups, die teilweise von Großkonzernen übernommen wurden. Im März dieses Jahres hat PayPal das Startup CyActive aus Beerscheva für geschätze 60 Millionen Euro gekauft; 2013 übernahm der Software-Gigant IBM die israelische Sicherheitssoftware-Firma Trusteer für geschätzt eine Milliarde Euro – um nur die finanziell größten Übernahmen in diesem Bereich zu nennen.

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Die Etablierung von internationalen Entwicklungszentren in Israel steigt stetig, was auch auf die proaktive Haltung der israelischen Regierung zurückzuführen ist: Die im Süden des Landes gelegene Wüstenstadt Beersheva soll zum Cyber-Hub avancieren und durch die Bereitstellung finanzieller Ressourcen auch intenationale Unternehmen anlocken – zu den bisherigen Mietern eines solchen Hubs gehören unter anderem die Deutsche Telekom, EMC und IBM.

Gleichzeitig legt die israelische Regierung durch verbindliche Maßnahmen auch großen Wert auf ausreichende Schutzmechanismen in Behörden und Unternehmen zum Schutz vor Cyberangriffen: Die „digitale Sorglosigkeit“, von der in Deutschland derzeit noch häufig gesprochen wird, ist in Israel kein Thema. Bürger, Institutionen und Unternehmen sind nicht zuletzt aufgrund der extrem hohen Anzahl von Angriffen auf israelische Computer und Netzwerkinfrastrukturen für die Gefahren im Cyberspace sensibilisert. Von 50.000 Cyber-Attacken, die in zwei Minuten weltweit geschehen, trifft ungefähr jeder zehnte Angriff Israel.

Nach Schätzungen des Israel Export & International Cooperation Institute gibt es derzeit mehr als 200 Anbieter von Cyber-Produkten in Israel. Die Unternehmen unterscheiden sich erheblich voneinander: Sowohl traditionelle Unternehmen wie der Luftfahrtkonzern IAI oder der Elektronik-Riese Elbit mischen im Cyber-Geschäft mit, als auch junge Unternehmen wie etwa das Startup Scadafence, dessen Schutzprodukte speziell für Betreiber kritischer Infrastrukturen relevant ist und mit Wagniskapital von Jerusalem Venture Partners unterstützt wird. Gemeinsam ist allen Unternehmen aber, dass viele der IT-Experten vor ihrer Laufbahn in der Privatwirtschaft ihr Know-How in speziellen Einheiten der israelischen Armee erworben haben. Dieses Know-How wird nicht weniger und so ist zu erwarten, dass die israelische Cyber-Industrie weiter boomen wird

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Auch auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa werden vom 06.-08.10.2015 eine Reihe israelischer Unternehmen ausstellen und insbesondere im Rahmen des „Israel Day und 1. Bayerisch-israelischem IT Sicherheitskongress“ für Meetings zur Verfügung stehen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

2015-09-30T17:25:51+00:00September 30th, 2015|Sicherheit und HLS, Software und IT|0 Comments