Netflix kauft immer häufiger in Israel ein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Streaming-Riese Netflix ist vermehrt an israelischen TV-Produktionen und Transaktionen mit israelischen Medienhäusern interessiert. Netflix‘ erster Deal in Israel war 2016, als es die „Greenhouse“-Serie vom israelischen Nickelodeon-Kanal eingekauft hat um eine amerikanische Version davon zu produzieren. Seitdem hat Netflix noch mehr Inhalte eingekauft, Filme wie „Sandsturm“ oder „Forever Pure“, oder

nicht zuletzt die überaus erfolgreichen israelischen Serien „Mossad 101“ (Kanal 2) und „Hostages“ (Kanal 10).

Der interessanteste Deal, den Netflix mit israelischen Produzenten getätigt hat, war der Einkauf der israelischen Thriller-Serie „Fauda“. Teil des Abkommens war, dass der Streamingdienst die Rechte für eine noch zu erscheinende zweite Staffel gleich mit erworben hat und damit faktisch an der Produktion mitwirkt. Zusätzlich wurde eine englische Audiospur für „Fauda“ kürzlich in Israel aufgenommen.

„Wenn früher ein israelischer Produzent seinen Inhalt immer an ein großes US-Studio verkaufen wollte, so geht heute der erste Anruf zu Netflix oder Amazon“, sagt eine Quelle im TV-Markt. „Nicht nur sind die Preise, die Netflix zahlt, vergleichsweise hoch, der Vertrieb ist quasi über Nacht global.“

Dem Experten zufolge ist es möglich, dass mehr und mehr israelische Serien auf dem

„Fauda“-Model basieren werden, bei welchem eine erfolgreiche Staffel produziert wird um dann die Rechte für weitere Staffeln an internationale Netzwerke abzutreten: „Das ist eine signifikante Einkommensquelle für die israelische Kreativbranche.“

Eine weitere erfolgreiche Serie, die es erst kürzlich zu Netflix geschafft, ist „Schatten der Wahrheit“. Ohne Zweifel war die Serie, die sich in vier Episoden mit der Frage befasst, wer die Schülerin Tair Rada umgebracht hat, eine der erfolgreichsten True-Crime-Dokus Israels der letzten Jahre und bannte das ganze Land vor dem Fernseher, Laptop oder Tablet.

Nachdem die Serie für derart viel Wind gesorgt hat, hat Netflix die Rechte für mehrere Hunderttausend US-Dollar erworben und in Deutschland beispielsweise mit deutschen Untertiteln anzuschauen.

2017-10-18T17:18:39+00:00October 18th, 2017|Internationale Zusammenarbeit|0 Comments