Deutsch-Israelische Wirtschaftsbeziehungen machen High-Tech im Gesundheitssektor zur Herzensangelegenheit

Merck investiert 20 Millionen Euro in israelische Bio-Tech-Startups und Bayer Delegation besucht „Silikon-Vadi“

Israel ist das Land der Innovationsfähigkeit. Für seine Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit, Agilität und Energie wird die Startup-Nation weltweit geschätzt.

Das Land verfügt heute über 18 Inkubatoren, die zu 85% aus den Innovationsfonds der Regierung finanziert werden. Die Hälfte aller Startups ist im Bereich der Lebenswissenschaften und Bioinformatik tätig, für die sich viele multinationale Konzerne aus der ganzen Welt interessieren. Da zum Beispiel der Trend in der Medizintechnik sich weg von Diagnose und Behandlung hin zu Früherkennung, Prognose und Prävention bewegt, werden Big Data und Digitalisierung des Gesundheitssektors immer wichtiger.

Ende Februar besuchte eine Delegation des Bayer Konzerns unter Leitung des Chief Medical Officers Michael Devoy das in Israel scherzhaft genannte „Silicon Vadi“, das Inkubatoren und Forschungs- und Medizinzentren zwischen Haifa und Tel Aviv umfasst. Die Delegation traf sich mit führenden Schlüsselfiguren und Meinungsmachern im Bereich Herz- und Kreislauferkrankungen.

Ein Anlaufpunkt war das Chaim Sheba Medical Center in Ramat Gan, das durch innovative Technologien in der Akut-Versorgung und Rehabilitations-Medizin hervorsticht. Virtual Reality Training, computerisierte Bewegungsanalyse sowie Tele-Rehabilitationsprozesse bei voll digitalisierter Unterstützung, vor allem bei der Herzinfarkt-Therapie, überzeugten die Besucher.

Die Bayer AG unterhält seit 2008 eine Filiale mit 120 Beschäftigten in Tel Aviv und der Arava. Die Sparten umfassen Arzneimittelforschung (Herz-Kreislauf, Krebs, Augenheilkunde, Radiologie), Patientenbehandlung, Pflanzen- und Samenforschung und Vermarktung. Außerdem kooperiert Bayer seit 2016 auch mit der israelischen Trendlines AG bei einem 10 Millionen Innovationsfond für nachhaltige Landwirtschafts- und Medizintechnik.

Auch der deutsche Pharmariese Merck hat laut israelischem Wirtschaftsmagazin Globes weiterhin großes Interesse an israelischem Know-How. Merck gründete einen Explore-Bio-Fond für israelische Bio-Tech-Startups. Der Fonds enthält 20 Millionen Euro an Pre-Seed-Geldern und wird zusammen mit Arkin-Bio-Ventures, Pontifax Fund und dem in China und Israel ansässigen R&D Dienstleister WuXi Apptec verwaltet. Die vier Investoren kooperierten in der Vergangenheit bereits erfolgreich, u.a. bei der Unterstützung von Metabomed und ARTSaVIT im Bereich der Krebsbehandlung.

Stephan Oschmann, Vorstandsvorsitzender bei Merck, hob begeistert den Fonds aus der Taufe: „Israels Energie bei Start-Ups ist einzigartig und inspirierend. Wir sind stolz, bei dieser Erfolgsgeschichte eine aktive Rolle zu spielen. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Kooperation und wir haben volles Vertrauen in das innovative Potential von Explore Bio.“

Der Fond wird die Testphase jeder Firma mit 1 bis 1,5 Mio. Euro finanzieren und pro Jahr über einen Zeitraum von 5 Jahren bis zu 5 Unternehmen neu rekrutieren.

Pharmakonzern Merck ist bereits an zwei Inkubatoren in Israel beteiligt. Im BioIncubator werden z.B. Medikamente erforscht, bei denen die israelische Innovationsbehörde nicht beteiligt ist. Diesen Incubator werden auch die neuen Unternehmen bei Explore-Bio umfassend nutzen können.

Der zweite Inkubator, PMatX, beschäftigt sich mit der nächsten Generation an elektronischer Technologie und Materialforschung in Kooperation mit den High-Tech Entwicklern Flex (Flextronics) und Battery Ventures. Hier sollen von der israelischen Innovationsbehörde und Merck in Kooperation 20 Millionen investiert werden.

Die deutsche Merck beschäftigt in Israel über 300 Angestellte, u.a. in Yavne, Herzliya, Rehovot und Jerusalem, die in den Bereichen Gesundheit, Material und Biologie forschen, den Schlüsselsektoren des Konzerns.

Laut Merck wird der neue Explore-Bio Fond dabei helfen, früher in die Zusammenarbeit mit den Startups einzusteigen, als das bei normalen Investments der Fall ist. Eben ganz nahe am Herzschlag.

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2018-04-18T13:40:03+00:00April 18th, 2018|Life Science und Biotech, Pharma und Medizin|0 Comments