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Israelisches Startup Cognata wird Partner von Audi bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge

Wie das Online-Magazin NoCamels berichtet, hat sich der deutsche Autobauer Audi entschieden, mit dem israelischen Software-Entwickler Cognata zusammenzuarbeiten, dessen Simulationsplattform die Weiterentwicklung autonom fahrender Fahrzeuge vorantreibt. Die Simulation wird von Audis Tochterfirma AID (Autonomous Intelligent Drive) durchgeführt.

Beide Firmen unterzeichneten einen langfristigen Vertrag über die Integration von Cognatas bahnbrechender Technologie bei AID, bevor die auf CLOUD-Technologie basierende Lösung zu Simulationszwecken sowie in der Entwicklung und Produktion der Fahrzeuge umgesetzt werden soll.

Cognata Gründer Danny Atsmon ist stolz, Audi ein vollentwickeltes Produkt anbieten zu können, von der Entwicklung über die Cloud-Lösung bis hin zum eingebetteten Gerät.

Atsmon, selbst Physiker, Patentinhaber und Experte auf dem Gebiet des maschinellen Lernens und ADAS, ist seit 20 Jahren in der Hightech-Branche tätig. Vor Cognata war er Mitbegründer von Picitup und iOnRoad und arbeitete als technischer Direktor bei Harman (heute Samsung).

Laut Eigenbeschreibung besteht Cognatas Innovation in einem 3D-Simulator, der künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und computerisierte Bilderkennung nutzt, um ein „hyperrealistisches künstliches Umfeld zu erzeugen, in dem umfassende und sichere Simulationen von autonom fahrenden Fahrzeugen durchgeführt werden können, bevor sie auf richtigen Straßen getestet werden.“

Um die Sicherheit von autonomen Fahrzeugen zu testen, müssen Hersteller Millionen an Testkilometern zurücklegen, ein Aufwand, der nicht ökonomisch ist. Aber genau das macht die Arbeit mit Simulatoren so wertvoll.

Cognatas Simulator, der mit Algorithmen des maschinellen Lernens läuft, trainiert die Software der autonomen Fahrzeuge durch virtuelles Fahren und indem die Software permanent und schnell hinzulernt. Der Simulator verfügt dabei über Straßen, Autos, Wetter-Simulationen etc. und kann tausende Szenarien simulieren, in denen das Auto lernen kann, wie in der Realität gefahren wird.

Das System basiert auf dreischichtigen Algorithmen. Die ersten beiden erstellen Objekte in der Umgebung, andere Autos, Zeit und Wetter. Die dritte Schicht involviert Sensoren, die sich so verhalten, als wären sie echt. Insgesamt kommen hier 40 Sensoren kommen zum Einsatz, die man bei autonomen Fahrzeugsystemen findet und die nachahmen, wie sie auf statisches und dynamisches Umfeld reagieren, dabei Daten erzeugen, die wiederum im Fahrzeug prozessiert werden können.

Im Simulator können auch Städte realitätsnah in 3D nachgeahmt und deren Fahrverhalten erlernt werden. Bis jetzt gehören München und die israelische Kleinstadt Nes Ziona sowie San Francisco dazu, das mit seinen vielen Hügeln ein gutes Lernbeispiel gibt.

Auto-Tech in Israel

Als der israelische E-Auto-Hersteller Better Place 2013 Bankrott ging, konnte niemand ahnen, dass er das Land als Pionier auf die Karte der Autoindustrie bringen würde. Heute boomt die israelische Fahrzeug-Tech-Industrie. Laut Start-Up-Nation-Central wurde dieser Hightech-Zweig allein im letzten Jahr mit über 800 Millionen Dollar gefördert. Die Branche hat sich erfolgreich mit der internationalen Auto-Zubehör-Industrie verbunden. So stellt zum Beispiel die Firma Innoviz für die BMW-Gruppe ihre LiDAR Fernerkundungstechnologie mit intelligenter 3D-Sensorik für eine neue Generation autonomer Fahrzeuge und die deutsche Continental AG kaufte die Firma Argus Cyber Security, um deren Technologie gegen Hackerangriffe auf vernetzte Autos nutzen zu können.

Zum Vergleich, Google kaufte 2013 das GPS-System Waze für 1 Milliarde Dollar und der amerikanische Konzern Intel erwarb 2017 das israelische Startup Mobileye samt Fahrtassistenten mit Vision-Sensor für 15 Milliarden Dollar, der größte Exit eines israelischen Startups bis dato.